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Märkische Kriegs- und Domänenkammer
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Die '''Kriegs- und Domänenkammer''' (KDK) in [[Hamm]] existierte als selbstständige preußische Mittelbehörde für die [[Grafschaft Mark]] von 1787 bis zum [[29. Oktober]] [[1806]], existierte dann als Kriegs- und Domänenkammer weiter, bis sie im Mai 1808 in Großherzoglich-Bergisches Landesadministrationskollegium umbenannt wurde. Ihr Vorgänger war die Kriegs- und Domänenkammerdeputation in Hamm, die von 1757 bis 1763 und von 1767 bis 1787 bestand, aber der Kriegs- und Domänenkammer in Kleve unterstellt blieb. Im Zuge der im November 1808 vorgenommenen allgemeinen Verwaltungsreform im Großherzogtum Berg wurde das Landesadministrationskollegium in Großherzoglich-Bergisches Gouvernements-Kommissariat für die Provinz Mark umbenannt, das bis zum [[18. April]] [[1809]] bestand.<br> | Die '''Kriegs- und Domänenkammer''' (KDK) in [[Hamm]] existierte als selbstständige preußische Mittelbehörde für die [[Grafschaft Mark]] von 1787 bis zum [[29. Oktober]] [[1806]], existierte dann als Kriegs- und Domänenkammer weiter, bis sie im Mai 1808 in Großherzoglich-Bergisches Landesadministrationskollegium umbenannt wurde. Ihr Vorgänger war die Kriegs- und Domänenkammerdeputation in Hamm, die von 1757 bis 1763 und von 1767 bis 1787 bestand, aber der Kriegs- und Domänenkammer in Kleve unterstellt blieb. Im Zuge der im November 1808 vorgenommenen allgemeinen Verwaltungsreform im Großherzogtum Berg wurde das Landesadministrationskollegium in Großherzoglich-Bergisches Gouvernements-Kommissariat für die Provinz Mark umbenannt, das bis zum [[18. April]] [[1809]] bestand.<br> | ||
| - | Ihren Sitz hatte die Behörde im ehemaligen [[Stadthöfe|Stadthaus]] der Freiherren von Plettenberg zu Heeren (sog. ''Heeren'sches Haus'')<ref> Es wurde auch als ''Kammerkollegienhaus'' bezeichnet.</ref> auf der Nordseite des [[Marktplatz|Marktplatzes]], in dem seit 1894 die Postverwaltung untergebracht war. 1925 ging der Gebäudekomplex im Neubau des Stadthauses auf.<ref> Lehmann 1927, S. 7.</ref> Der KDK angegliedert waren ein [[Medizinalkollegium]] für die [[Grafschaft Mark]], das mindestens seit | + | Ihren Sitz hatte die Behörde im ehemaligen [[Stadthöfe|Stadthaus]] der Freiherren von Plettenberg zu Heeren (sog. ''Heeren'sches Haus'')<ref> Es wurde auch als ''Kammerkollegienhaus'' bezeichnet.</ref> auf der Nordseite des [[Marktplatz|Marktplatzes]], in dem seit 1894 die Postverwaltung untergebracht war. 1925 ging der Gebäudekomplex im Neubau des Stadthauses auf.<ref> Lehmann 1927, S. 7.</ref> Der KDK angegliedert waren ein [[Medizinalkollegium]] für die [[Grafschaft Mark]], das mindestens seit 1769 bestand, und ein [[Forstamt]] der [[Grafschaft Mark]]. |
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Version vom 00:00, 17. Nov. 2009
Die Kriegs- und Domänenkammer (KDK) in Hamm existierte als selbstständige preußische Mittelbehörde für die Grafschaft Mark von 1787 bis zum 29. Oktober 1806, existierte dann als Kriegs- und Domänenkammer weiter, bis sie im Mai 1808 in Großherzoglich-Bergisches Landesadministrationskollegium umbenannt wurde. Ihr Vorgänger war die Kriegs- und Domänenkammerdeputation in Hamm, die von 1757 bis 1763 und von 1767 bis 1787 bestand, aber der Kriegs- und Domänenkammer in Kleve unterstellt blieb. Im Zuge der im November 1808 vorgenommenen allgemeinen Verwaltungsreform im Großherzogtum Berg wurde das Landesadministrationskollegium in Großherzoglich-Bergisches Gouvernements-Kommissariat für die Provinz Mark umbenannt, das bis zum 18. April 1809 bestand.
Ihren Sitz hatte die Behörde im ehemaligen Stadthaus der Freiherren von Plettenberg zu Heeren (sog. Heeren'sches Haus)[1] auf der Nordseite des Marktplatzes, in dem seit 1894 die Postverwaltung untergebracht war. 1925 ging der Gebäudekomplex im Neubau des Stadthauses auf.[2] Der KDK angegliedert waren ein Medizinalkollegium für die Grafschaft Mark, das mindestens seit 1769 bestand, und ein Forstamt der Grafschaft Mark.
Inhaltsverzeichnis |
Anmerkungen
Kammerpräsidenten
- 1787 - 1793: Christian Heinrich Ernst Freiherr von Ledebur
- 1793 - 1804: Heinrich Friedrich Karl vom Stein (zugleich KDK-Präsident in Kleve, ab 1796 zugleich Oberpräsident in Minden)
- 1804 - 1806: Ludwig Freiherr von Vincke (zugleich KDK-Präsident in Münster)
Kammerdirektoren
- 1767-1768: Justus Wollrath Gottfried Müller (vorher KDK-Direktor in Kleve, später Finanzrat in Berlin)
- (belegt 1769, 1770, 1773): Johann Christoph Kessel
- (belegt 1769, 1770): Franz Traugott Friedrich Wilhelm von Breitenbauch, 2. Direktor (1771-1794 KDK-Präsident in Minden)
- 1774-1786: Christian Heinrich Ernst Freiherr von Ledebur (1787-1793 KDK-Präsident in Hamm)
- 1787-1794: Christoph Heinrich von Pestel
- (belegt 1791): Jakob Adolf Heinrich Dach
- 1799-1808: Friedrich Wilhelm von Rappard (später OLG-Präsident in Hamm)
Kriegs- und Domänenräte
Wenig überraschen dürften die Beförderungen der KDK-Räte von und nach Kleve als zunächst übergeordneter Behörde sowie zum Generaldirektorium in Berlin; so kam beispielsweise der Gründungsdirektor Müller aus Kleve. Es bestanden aber auch personale Verflechtungen mit der 1769 gegründeten KDK-Deputation in Lingen (vgl. Bärensprung), der 1723 gegründeten KDK in Minden (vgl. v. Breitenbauch, v. Ribbentrop, Zschock), der Kurmärkischen KDK in Berlin (vgl. v. Kropff) und mit der KDK in Magdeburg (vgl. Sombart). Folgende Kriegs- und Domänenräte der KDK Hamm sind bislang bekannt:
(Geburtsdatum; Sterbedatum, sofern bekannt)
- (belegt 1767, 1768): August Nattermöller († 1792)
- (belegt 1768-1772): Johann Gottfried Adami
- (belegt 1768-92): Friedrich August Hincke († 1792)
- (belegt 1770) - nach 1792: Friedrich Abraham Werner von Arnim (1747-1794)
- (belegt 1770) - nach 1787: Christoph Heinrich von Pestel
- (belegt 1770-1777): Johann Georg Bärensprung (1769 KDK-Rat in Lingen, später Oberfinanzrat in Berlin, 1798 Oberlandforstmeister)
- (belegt 1771-1778): Karl Philipp von Kropff (* ca. 1745 in Cattenstedt bei Blankenburg; † 1820: ab 1778 Forstdepartementsrat an der Kurmärkischen KDK in Berlin) ADB: Karl Philipp von Kropff
- (belegt 1771-1775): Johann Gottfried Rademacher (1741-?)
- (belegt 1772-1787): Jakob Adolf Heinrich Dach (später Kammerdirektor in Hamm)
- vor 1775 - nach 1795: Jakob Christian von Bernuth (1726-1796)
- (belegt 1778) - 1808: Johann Ernst August von Beust (* 1741 in Reinstädt bei Jena; † 23./24. Oktober 1820 in Hamm)
- (belegt 1778-1782): Moritz Petri
- (belegt 1778-1790): Christian Friedrich Meyer († 1834)
- vor 1783 - nach 1785: Johann Isaak Sombart (später Kammerdirektor in Magdeburg)
- (belegt 1786-1791): Fleischauer
- (belegt 1786-1791): Neuhaus
- (belegt 1787-1801): Ernst Werner Wilhelm von Reden (1804 bereits pensioniert; † 26.09.1810 in Hannover]
- (belegt 1791-1798): Justus Conrad Müller
- vor 1793 - 1799: Friedrich Wilhelm von Rappard (1799-1808 Kammerpräsident in Hamm)
- vor 1793 - 1796: Wilhelm Christian Friedrich Johann von Ribbentrop (1797/99 KDK-Rat in Minden)
- (belegt 1793): Johann Friedrich Christian Spener (1760-1825)
- vor 1795 - 1808: Ferdinand von Ammon
- 1796 - 1802: Georg Julius von Schlechtendahl (1770-1833: ab 1818 Regierungsvizepräsident in Münster)
- vor 1798 - nach 1806: Zschock (1787/96 KDK-Rat in Minden)
- vor 1798 - nach 1806: Wilhelm von Bernuth (1767-1828: war Kriegs- und Steuerat)
- vor 1800 - 1808: Reinhard Friedrich Terlinden († 5. Dezember 1818 in Hamm), Direktor des Medizinalkollegiums
- vor 1800 - nach 1806: Johann Friedrich Georg Meyer
- vor 1800 - nach 1806: Friedrich August von Erdmannsdorff
- vor 1804 - 1808 Ludwig von Bernuth (1770-1857: später Oberfinanzrat in Berlin)
- vor 1804 - 1808 von Müntz
- vor 1804 - nach 1806: Stemmer
- vor 1804 - 1808: Ernst Tobias Wolff (* ca. 1741 in Halberstadt; † 24. November 1816 in Hamm)
- 1804 - 1808: Karl Georg Maaßen (1769-1834: später preußischer Finanzmister in Berlin)
- 1804 - 1808: David Wiethaus (1768-1854)
Literatur
- Rainer Ditté: Die königlich preußische Kriegs- und Domänenkammer in Hamm. Zentrum der Landesverwaltung für die Grafschaft Mark, in: "Es gibt ausgezeichnete Köpfe hier." Das preußische Hamm um 1800, hrsg. von Maria Perrefort, Hamm 2008 (Notizen zur Stadtgeschichte 14), S. 55-72.
- Martin Lehmann: Das neue Stadthaus in Hamm (Westf.), Hamm 1927.
- Franz Böckenholt: Zur Geschichte der Königlich-Preußischen Provinzialverwaltungsbehörde der ehemaligen Grafschaft Mark zu Hamm (Westf.), phil. Diss., Münster 1911.
- "Es gibt ausgezeichnete Köpfe hier." Das preußische Hamm um 1800, hrsg. von Maria Perrefort, Hamm 2008 (Notizen zur Stadtgeschichte 14).

