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Franziskanerkloster

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Pfarrkirche St. Agnes 2007
Grabmal des Pius Ortmeyer, des letzten Concionators des Franziskanerkosters, auf dem Ostenfriedhof 2007

Das Franziskanerkloster in Hamm befand sich auf dem Gelände der heutigen Marienschule an der Franziskanerstraße. Die 1515 geweihte Pfarrkirche St. Agnes war die Klosterkirche.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Am 5. März 1455 wurde das Observantenkloster St. Agnes (Franziskaner in strenger Ausrichtung) gegründet, am 20. März zogen die ersten Mönche in das Observantenkloster St. Agnes ein. Die Statuten des Klosters sahen vor, dass dort maximal 12 Mönche leben durften. Erster Guardian des Klosters war Cornel von Gouda. Als erste Mönche zogen in das Kloster Johann von Dinslaken, Lorenz von Aachen, Hermann von Jülich, Peter von Mechelen und als Laienbruder Johannes von Dahlen ein.

Entwicklung

Nach Einführung des reformierten Bekenntnisses in Hamm waren die Franziskaner für die Seelsorge der in Hamm verbliebenen Katholiken zuständig. 1699 kam es durch die Stiftung des Johann Wilhelm Hertmanni zur Gründung eines katholischen Armenhauses auf der Brüderstraße. Spätestens seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts existierte auch eine katholische Elementarschule. Einer Statistik des Jahres 1798 ist zu entnehmen, dass die Zahl der Katholiken in Hamm kaum so klein gewesen ist, wie vielfach angenommen worden ist. So waren im besagten Jahr 1798 von den 3065 Einwohnern Hamms immerhin 935 (= 30,5%) katholisch. Lutherischen Glaubens waren 937 (30,6%), dem reformierten Bekenntnis hingen 1130 Einwohner (36,9%) an und jüdischen Glaubens waren 63 Einwohner (2,1%). Die Franziskaner betreuten außerdem auch die im Hammer Umland ansässigen Katholiken. So verwalteten sie von 1672 bis 1804 die Pfarrei Nordherringen, die bis 1775 die Kapelle von Haus Nordherringen zur Messfeier nutzte. Ab 1703 sind Messfeiern auf Haus Lohausen belegt; auf Haus Gröneberg übernahmen sie ab 1755 die Messfeier. Eine Missionsstation wurde in Geithe unterhalten und in Drechen hielten sie zweimal im Jahr Messe für die katholisch verbliebene Minderheit.[1] Schließlich betreuten sie auch in Kamen die kleine katholische Gemeinde.[2]

Aufhebung

Am 16. Juli 1824 verfügte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen die Aufhebung des Franziskanerklosters in Hamm. Am 29. Juli wurde Ludwig von Vincke als Oberpräsident von Westfalen davon in Kenntnis gesetzt, der wiederum am 10. September David Wiethaus als Landrat im Kreis Hamm mit der Durchführung beauftragte. Bis zum 1. Januar 1825 durften die Patres und Laienbrüder im Kloster bleiben. Zum ersten Pfarrer von St. Agnes wurde 1825 der ehemalige Concionator Pius Ortmeyer ernannt.

Guardiane des Klosters

Guardiane sind vergleichbar mit Äbten in anderen Ordensgemeinschaften. Für das Franziskanerkloster in Hamm liegt nur eine unvollständige Liste der Guardiane vor.

Erster Guardian war Cornelius von Gouda, der bei der Klostergründung bereits in Hamm war.

Die Liste sieht wie folgt aus:

  • belegt 1455: Cornelius von Gouda
  • belegt 1460-1463: Johannes von Dinslaken († 1463)
  • Michael von Lyra
  • belegt 1473: Reiner von Egmond
  • Franz von Gouda
  • Hermann von Jülich
  • Bernardin Appeldorn († 1530)
  • belegt 1530 - 1532: Johannes Deventer
  • 1532 - 1535: Petrus von Arnheim
  • 1535 - 1538: Stephan von Zevenaar
  • belegt 1551: Wilhelm Unne († 1555)
  • belegt 1555: Anton von Attendorn

...

  •  ?? - 1565: Aegidius Werlensis († 1565)
  •  ?? - ??: Anton von Straelen († 1584)

...

...

  • belegt 1614: Arnoldus Budelius [3]

...

...

  • 1675 - ??: Heinrich Mering († 1697)

...

...

...

  •  ?? - ??: Ignatius von Hengel († 1791)
  •  ?? - ??: Felix Enshoff († 1796)

... ...

...

  • 1810 - ??: Benedikt Wesener
  •  ?? - ??: Bertulph Rhemen († 1827)

...

Anmerkungen

  1. BKD 1959, S. 373.
  2. BKD 1959, S. 238.
  3. vgl. Urkunde 1614 November 10

Literatur

  • Diodor Henniges: Eine Friedensinsel von brandenden Wogen fortgespült. Das Franziskanerkloster zu Hamm (Westf.), Hamm 1924.
  • Ulrich Kunz: Der listige Mönch von St. Agnes. Eine alte Sage über das Hammer Franziskanerkloster, in Unser Westfalen 2006, S. 50.
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