Haus Reck
Haus Reck ist ein alter Adelssitz im Stadtteil Lerche von Hamm, unmittelbar östlich der Autobahn A1 und an der Stadtgrenze zu Bergkamen gelegen. Wegen seiner Lage in der Pelkumer Heide wurde es auch Haus zur Heyde genannt. Es ist der Stammsitz der Herren von der Recke.
Geschichte und Baubeschreibung
1465 wurde das Haus Reck erwähnt, als es zur festen Burg ausgebaut wurde. Der Kern des Herrenhauses datiert aus dem 15. Jahrhundert, die Scheune aus Backstein von 1715 und der Schafstall aus Fachwerk von 1775. Bauhaus, Wehrmauer und Wehrturm aus verputztem Mauerwerk aus Grünsandstein stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Das Bauhaus, ein dreischiffiges niederdeutsches Hallenhaus, diente der Bewirtschaftung der zur Burg zählenden Ländereien. Die Herren von der Recke hatten von 1512 bis 1753 das Drostenamt zu Kamen und Unna inne. Mit Einführung der Kreisverfassung 1753 wurde Diedrich von der Recke Landrat im Kreis Hamm. Sohn Diedrich Adolph von der Recke folgt ihm als Landrat nach, wurde aber 1770 vom preußischen König wegen finanzieller Schwierigkeiten abgesetzt. 1773 musste dann auch das Stadthaus der Familie in Kamen verkauft werden (Das so genandte Recksche, in der Stadt Camen gelegene Burghaus).[1] 1787 erwarb Friedrich Freiherr Senfft von Pilsach, der mit Friederike geb. von der Recke verheiratet war, das Haus Reck und die umliegenden Ländereien für 26.370 Reichstaler. Dieser war von 1788 bis 1803 ebenfalls Landrat im Kreis Hamm.
Anmerkungen
- ↑ Duisburger Intelligenzzettel vom 9. November 1773, S. 561; vgl. Hans-Jürgen Kistner: Kamen, die Stadt der Burgmannshöfe, in: Heimatbuch des Kreises Unna, Bd. 20, 1999, S. 68-73, der S. 70 einen Reck-zu-Reck-Hof erwähnt.
Literatur
- Josef Börste: 250 Jahre Kreis Unna - von der Reckes stellten erste Landräte, in: Jahrbuch des Kreises Unna, Bd. 24, Bönen 2003, S. 92-100.
- Friedrich Buschmann: Geschichte der Stadt Kamen. In: Westfälische Zeitschrift. Nr. 4, 1841, S. 177−288.
- Hartmut Platte: Haus Reck in Hamm-Lerche: Zeuge alter Tradition. Das einstige Rittergut der Familie von der Recke geht zurück auf das 12. Jahrhundert, in: Unser Westfalen 2008, S. 91-92.
- Helmut Richtering: Adelssitze und Rittergüter im Gebiet der Stadt Hamm. In: 750 Jahre Stadt Hamm. Hamm 1976, S. 125–160.
- Joachim Kleinmanns: Zum Baubestand und Denkmalwert der Wasserburg Haus Reck. In: Bergbau und Denkmal 3. Wieviel Bauwerkssicherung ist nötig? Beispiele aus der Praxis. Gemeinsame Tagung des SFB 315 und der Ruhrkohle Bergbau AG. Zeche Zollverein Essen 1997 (Arbeitshefte des Sonderforschungsbereiches 315 "Erhalten historisch bedeutsamer Bauwerke", 15). Karlsruhe 1998, S. 21−28.