Haus Vorschulze
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Das Haus Vorschulze an der Südstraße 8 (alt: Nro 558) wurde im Jahr 1744 durch den damaligen Bürgermeister Gottfried Balthasar Rademacher († 1781) und seine Ehefrau Eva Catharina geb. Retberg erbaut. Es steht seit 1986 unter Denkmalschutz.
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Geschichte
Nach dem Stadtbrand von 1741 wurde das Haus auf zwei alten Hausstätten als traufenständiges, zweigeschossiges Flurhaus[1] neu errichtet.[2] Die Hauptfassade zur Südstraße hin wird durch vier Pilaster gegliedert, deren Kapitelle in der Fensterzone des Obergeschosses liegen. Das schmiedeeiserne Treppengeländer aus dem Jahr 1744 ist mit den Initialen der Erbauer GBR (= Gottfried Balthasar Rademacher) und ECR (= Eva Catharina Retberg) versehen.[3]
Nach dem Tode der Erbauer ging das Haus auf die Tochter Marianne und deren Ehemann Oberstleutnant Ernst von Romberg über. Noch 1805 wohnte im Hause die Witwe von Romberg. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Justizkommissar Friedrich August Overbeck Eigentümer. Vor 1852 erwarb Johann Heinrich Lent († 1868), Präsident des Oberlandesgerichts Hamm, das Gebäude; anschließend nutzte es der Kornhändler Franz Klaphecke teilweise als Handelskontor und baute hinter dem Haus Lagerräume an. Die Tochter Antonia Klaphecke heiratete 1870 den Kornhändler Christian Heinrich Vorschulze, nach dem das Haus seinen heutigen Namen trägt. 1902 verfügte dieser über den Telefonanschluss Nr. 23 (Vorschulze, C.H., Getreidehändler, Südstr. 8). Es blieb dann bis 1976 im Besitz der Familie Vorschulze und wurde schließlich an die Stadt Hamm verkauft.
Das Haus wurde 1980/1981 grundlegend saniert und dem Originalzustand aus dem Erbauungsjahr weitgehend wieder angepasst. Im Haus Vorschulze befindet sich heute ein Standesamt der Stadt Hamm.
Weitere Fotos
Anmerkungen
Literatur
- Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 43. Stadt Hamm, Münster 1936, Nachdruck Warburg 1994, S. 153-154.
- Kirsten Bernhardt: Die Entwicklung des Wohnens, in: Die vergessene Geschichte - 775 Jahre Frauenleben in Hamm. Werkstattberichte, hrsg. von Antje Flüchter-Sheryari - Maria Perrefort, Hamm 2001, S. 74-83, hier: S. 78-80.
- Gerhard Kaldewei: Stuniken und Vorschulze. Zwei Hammer Bürgerhäuser. Eine hausgeschichtliche Studie, Hamm 1982, S. 58-93.
- Max Jucho: Alte Hammer Bauten, in: 700 Jahre Stadt Hamm, hrsg. vom Magistrat der Stadt Hamm, Hamm 1927, Nachdruck Werl 1973, S. 177-230, hier: S. 215-217.


