Sri Kamadchi Ampal Tempel

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Begriffsklaerung.svg Dieser Artikel beschreint den Tempel Sri Kamadchi Ampal in Uentrop, für weitere Hindu-Tempel in Hamm siehe Hindu-Tempel (Begriffsklärung).
Sri Kamadchi Ampal Tempel
Die Statue der Göttin Sri Kamadchi Ampal umrundet den Tempel
Der Sri Kamadchi Ampal Tempel aus der Luft
Tempelfest 2007
Kavadi Tänzer beim Tempelfest 2007

Der Sri Kamadchi Ampal Tempel in Uentrop ist seit Fertigstellung und Einweihung am 7. Juli 2002 der größte tamilisch-hinduistische Tempel Europas und nach dem im nordindischen Stil errichteten Londoner Tempel der zweitgrößte Hindu-Tempel in Europa überhaupt.

Das jährliche, 14 Tage andauernde Tempelfest, bei dem im Rahmen einer Prozession die Statue der Göttin Sri Kamadchi Ampal den Tempel umrundet und zugleich die Stadt und die in ihr lebenden Menschen segnet, besuchen über 15.000 Gläubige und Besucher. Zur NRW-Hindu-Gemeinde zählen über 3.000 Menschen, etwa 45.000 tamilische Hindus leben insgesamt in Deutschland. In der Bundesrepublik existieren rund 25 hinduistische Tempel, die meisten davon im Ruhrgebiet (Stand 2003).

Geschichte

1989 begann die Geschichte des Tempels im Westen von Hamm im Keller der Mietwohnung des tamilischen Priesters Siva Sri Paskarakurukkal. Dieser war vier Jahre zuvor – wie zahlreiche andere Tamilen – als Bürgerkriegs-Flüchtling aus Sri Lanka nach Deutschland gekommen und im nahegelegenen Flüchtlingslager in Unna-Massen untergebracht worden. Anschließend blieb er im westfälischen Unna.

Bereits 1992 mussten die Räumlichkeiten vergrößert werden, die Gemeinde zog in die nahen Räume einer alten Heißmangel-Wäscherei um. Das jährliche Tempelfest mit der öffentlichen Ausfahrt der Göttin fand mit steigenden Teilnehmerzahlen jährlich unter Auflagen seitens der Stadt bis 1996 statt. Danach gab es mehrere Beschwerden von Anwohnern und eine streitvolle Bürgerversammlung Anfang 1997. Der Rat der Stadt Hamm erklärte daraufhin, dass "der Tempel Bedeutung für das kulturelle Leben der Stadt erlangt" habe, und dass die Unterstützung des Vorhabens "Ausdruck für die Offenheit und die Kraft, fremde Sitten und Gebräuche zu integrieren" sei (Stadt Hamm, 21. Februar 1997).

Sodann stand ein Umzug des Tempels an. Ab März 1997 wurde in Hamm-Uentrop im Gewerbegebiet, 300 m entfernt vom Datteln-Hamm-Kanal, der für die rituelle Waschzeremonie wichtig ist, ein kleiner Behelfstempel errichtet. Schließlich entstand ab 2000 auf einem gegenüberliegenden Grundstück, ebenfalls im Gewerbegebiet, der Neubau des heutigen großen Hallentempels.

Prof. Martin Baumann, damals Religionswissenschaftler an der Universität Hannover (seit 2001: Universität Luzern, Schweiz), beschäftigte sich in den Jahren 2000 bis 2003 im Rahmen eines DFG-Forschungsprojektes "Rekonstituierung von Sinn mittels Religion in fremdkultureller Umwelt" intensiv mit der Integration von tamilischen Hindus in Deutschland und begleitete die Tempelerrichtung wissenschaftlich.

Im Juli 2002 feierten rund 3.000 Hindus die Einweihung des Sri Kamadchi Ampal-Tempels mit einem 13-stündigen Fest. Seitdem ist der Tempel durch zahlreiche Medienberichte europaweit bekannt.

Architektur

Der etwa 1,5 bis 1,7 Millionen Euro teure und allein aus Spenden und Darlehen finanzierte Tempelbau wurde vom Hammer Architekten Heinz-Rainer Eichhorst konzipiert, der sich streng nach der Vorlage und dem Stil des Kamakshi-Tempels im südindischen Kanchipuram richtete.

Grundsteinlegung des Bauwerks mit einer Grundfläche von 27 x 27 m (729 m²) war im März 2000. Für den Bau, insbesondere für die vielen Skulpturen und Verzierungen, wurden mehrere Tempelbauer aus Indien beschäftigt. Von außen prägen das Gebäude rot-weiße Längsstreifen, das eindrucksvolle Portal des Gopuram (Tempelturm) ist 17 m hoch.

Der Tempel ist der Göttin Sri Kamadchi Ampal (Sanskrit: kama-akshi; Sri = respektvolle Anrede, Ampal = Göttin, Kamadchi = Ableitung aus dem Sanskritnamen कामाक्षी, Kāmākşī, Kamakshi), die "die Wünsche von den Augen abliest" oder die "mit den Augen der Liebe", gewidmet. Insgesamt schmücken den Bau nicht nur die große Granitstatue der namensgebenden Göttin, sondern auch über 200 weitere Figuren von Gottheiten. Eigene Altare gibt es unter anderem für Ganesha und Subramania, den Sohn Shivas.

Dokumentation

Im Jahre 2009 drehte die Autorin und Regisseurin Melanie Liebheit in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Fernsehen und Film München und dem Westdeutschen Rundfunk den Dokumentarfilm Wiedergeboren in Westfalen. Der Film dokumentiert nicht nur den Tempel und den Alltag des Priester Sri Paskaran, sondern stellt auch den Unterschied zum "normalen" Leben in Uentrop dar. Als Beispiel hierfür dient unter anderem die Gegenüberstellung von Tempelfest und Schützenfest.

Presseberichte

Kontaktdaten

Siegenbeckstraße 4
59071 Hamm-Uentrop
Telefon: (02388) 302223
Telefax: (02388) 302224
E-Mail:

Geografische Koordinaten

Koordinaten: 51° 41' 13.2" N, 7° 57' 2.17" O

Weblinks


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